12.05.2022 | Herrenberg

Bericht zur Zugübung vom 11.05.2022

Am Abend des 11.05.2022 übte die Feuerwehr Herrenberg mit den Abteilungen Herrenberg und Haslach gemeinsam den Ernstfall. Angenommen bei der Übung wurde, dass es in einer Scheune außerhalb des Ortes bei Reparaturarbeiten zu einer Verpuffung gekommen ist. Bei dieser wurde eine Person in der Scheune verletzt und galt beim Eintreffen der ersten Rettungskräfte als im Gebäude vermisst, auch eine deutliche Rauchentwicklung war festzustellen.

Eine zweite Person wollte schnell den Traktor aus der Scheune in Sicherheit bringen und hat dabei eine weitere Person überrollt, die dann unter dem Zugfahrzeug eingeklemmt war. Darüber hinaus kollidierte der Schlepper mit einem seitlich der Scheune befindlichen Langholzpolter, auf dem ein Kind am Spielen war. Dieses Kind wurde unter mächtigen Baumstämmen eingeklemmt.

Die als Erstes eintreffende Abteilung, nämlich Halsach, hat unverzüglich mit den Lösch- und Rettungsmaßnahmen in der Scheune begonnen. Die wenige Momente später hinzukommenden Kräfte aus der Kernstadt sicherten die Wasserversorgung des Haslacher Fahrzeugs mit dem TLF 4000 und begannen mit den beiden Hilfeleistungslöschfahrzeugen sowie dem Rüstwagen, die beiden eingeklemmten Personen zu befreien. Überlegt und routiniert konnten alle verunfallten Personen gerettet werden. Dabei war sowohl technisches Können und der Einsatz von pneumatischem Rettungsgerät bei der unter dem Holz eingeklemmten Person gefragt als auch Übersicht und gute Kenntnisse im Umgang mit der Schleifkorbtrage. Die vermisste Person in der Scheune befand sich auf dem Dachboden des Gebäudes. Von dort konnte sie über eine Steckleiter in der Trageeinrichtung gerettet werden.

Da die Scheune, an der geübt wurde, an der vielbefahrenen Kreisstraße K1029 liegt, wurde die Übung mit dem Wechsellader und dem Verkehrssicherungsanhänger der Abteilung Herrenberg abgesichert.

 

Neben kniffliger technischer Herausforderungen, die es zu bewältigen galt, war auch Struktur und Organisation des komplexen Übungsszenarios durch die Führungskräfte beider Feuerwehr-Abteilungen Teil des Übungsgeschehens. Viele Tätigkeiten mussten koordiniert, Vorgehensweisen abgesprochen sowie die Hilfskräfte zielgerichtet eingesetzt werden. Auch in dieser Hinsicht war die Übung für Führungskräfte eine gute Möglichkeit, Wissen und Können unter Beweis zu stellen und abteilungsübergreifend ein außergewöhnliches Szenario zu üben.

 

Damit im Ernstfall eine qualifizierte Hilfe gelingt, ist es wichtig, auch groß angelegte Übungen mit mehreren Abteilungen durchzuführen.

Bilder: Matteo Pucci

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