slider1

Kohlenstoffmonoxid – die unsichtbare Gefahr

Geschrieben von Andreas Widmayer

Es ist ge­ruchs- und ge­schmack­los, und schon we­ni­ge Atem­zü­ge kön­nen zum Tod füh­ren: Koh­len­stoff­mon­oxid ent­steht bei ei­nem un­voll­stän­di­gen Ver­bren­nungs­vor­gang. Es ist ein nicht ät­zen­des und nicht rei­zen­des Gas und wird da­her vom Men­schen nicht wahr­ge­nom­men.

Häu­fig ist ei­ne feh­ler­haf­te Ver­bren­nung in Gas­ther­men die Ur­sa­che von Un­fäl­len. Aber auch das Gril­len in ge­schlos­se­nen Räu­men und un­sach­ge­mä­ßer Um­gang mit of­fe­nen Ka­mi­nen kann töd­li­che Ge­fah­ren mit sich brin­gen.

Ei­ne wei­te­re Ge­fah­ren­quel­le ist das Be­trei­ben von Gas­strah­lern oder -pil­zen in ge­schlos­se­nen Räu­men. Zu­dem set­zen auch Ver­bren­nungs­mo­to­ren das Gas frei. Der Ben­zin-Ra­sen­mä­her oder die Ben­zin-Ket­ten­sä­ge soll­te des­halb nie in ge­schlos­se­nen Räu­men re­pa­riert und dann aus­pro­biert wer­den.

Koh­len­stoff­mon­oxid kann ein Mensch nicht be­mer­ken – es löst bei uns kei­ne Warn­sen­so­ren aus wie et­wa Erd­gas, dem ein war­nen­der Ge­ruchs­stoff bei­ge­mischt ist. Das Gas mit dem Kür­zel CO bin­det sich im Blut an die ro­ten Blut­kör­per­chen (Hä­mo­glo­bin) und ver­drängt da­bei den Sau­er­stoff. Nach we­ni­gen Atem­zü­gen kann dies be­reits zu schwe­ren Ver­gif­tungs­er­schei­nun­gen und zum Tod füh­ren. Schon im Ver­dachts­fall ei­ner Koh­len­stoff­mon­oxid-Ver­gif­tung muss schnell re­agiert wer­den.

Der Lan­des­feu­er­wehr­ver­band gibt Ih­nen fol­gen­de Hand­lungs­hin­wei­se:

  • Neh­men Sie beim Be­trieb gas­be­trie­be­ner Ge­rä­te plötz­lich auf­tre­ten­de Kopf­schmer­zen ernst – sie sind ein ers­tes An­zei­chen für ei­ne mög­li­che Ver­gif­tung. Be­glei­tet wer­den sie un­ter Um­stän­den von ei­ner Be­wusst­sein­s­ein­trü­bung.
  • Beim Ver­dacht des Auf­tre­tens von Koh­len­stoff­mon­oxid ver­las­sen Sie so­fort den be­trof­fe­nen Raum. So­fern mög­lich, soll­te man die Fens­ter öff­nen, um zu lüf­ten.
  • Wenn es Ih­nen oh­ne Ei­gen­ge­fähr­dung mög­lich ist, schal­ten Sie das mög­li­cher­wei­se ver­ur­sa­chen­de gas­be­trie­be­ne Ge­rät aus.

Nicht nur um­sich­ti­ges Han­deln, son­dern auch tech­ni­sche Vor­sor­ge kön­nen da­zu bei­tra­gen, Un­fäl­le zu ver­hin­dern:

  • Ein wich­ti­ger Bei­trag zur Prä­ven­ti­on ist die re­gel­mä­ßi­ge Prü­fung der Hei­zungs­an­la­ge.
  • Ver­wen­den Sie die An­la­gen sach­ge­mäß. Bei Eta­gen­hei­zun­gen sind die Lüf­tungs­schlit­ze der je­wei­li­gen Tü­ren der Gas­ther­men frei zu hal­ten und nicht zu ver­stel­len, sonst er­hält die An­la­ge zu we­nig Sau­er­stoff.
  • Es gibt mitt­ler­wei­le Warn­mel­der, die, ähn­lich wie Rauch­warn­mel­der, vor der Frei­set­zung von Koh­len­stoff­mon­oxid war­nen. Sinn­voll ist die In­stal­la­ti­on ei­nes sol­chen Ge­rä­tes in der Nä­he der Gas­ther­me. Er­hält­lich sind die­se spe­zi­el­len CO-Mel­der im Fach­han­del.

Alar­mie­ren Sie in je­dem Ver­dachts­fall Feu­er­wehr und Ret­tungs­dienst über die eu­ro­pa­weit gül­ti­ge Not­ruf­num­mer 112!