Bevölkerungswarnungen der Feuerwehr Herrenberg: Es sind derzeit keine Warnungen aktiv. 
An dieser Stelle finden Sie im Bedarfsfall öffentliche und amtliche Warnungen der Feuerwehr Herrenberg.

Bei der Großübung geht alles ganz schnell

Geschrieben von Andreas Widmayer

Oberjesingen: Fünf Feuerwehren aus Herrenberg und Deckenpfronn sowie Helfer des Roten Kreuzes proben den Ernstfall

"Gebäudebrand Altenhausgasse 6, Oberjesingen, mehrere Personen 2BI DL" - so lautet das Alarmstichwort für den Vollalarm bei der Feuerwehr Oberjesingen. Übersetzt bedeutet das: Brand zwei innerorts, Drehleiter wird benötigt". Eine Herausforderung für die Floriansjünger um Abteilungskommandant Markus Reich. Bei der Hauptübung Nord demonstrierten fünf Wehren gemeinsam mit dem DRK ihre Zusammenarbeit.

Eine enge Straße mitten im Ort, Häuser und Menschen in unmittelbarer Nachbarschaft. Rauch steigt aus der Eingangstür und den Fenstern des ersten Stockwerkes in der Altenhausgasse. Durch eine Verpuffung im Ölofen ist ein Brand entstanden, der sich durch die Holzbauweise des Hauses sehr schnell ausbreiten und auf das Dachgeschoss sowie die Nebengebäude übergreifen kann. Im Haus werden mindestens vier verletzte Personen vermutet. Das ist die "angenommene Lage", die bei der Alarmierung durch die Leitstelle Böblingen durchgegeben wird.

Den Menschen helfen, die in Not geraten sind

Geschrieben von Andreas Widmayer

Herrenberg: Der Heilige St. Florian ist der Schutzpatron der Feuerwehrleute

Er war ein aufrechter Mann. Einer, der sich für die einsetzte, die ihm wichtig waren. Der anderen zu Hilfe eilte, ungeachtet dessen, welche Konsequenzen das für ihn selbst haben wird. Der eher Leib und Leben riskierte, als dass er seine Überzeugung aufgab oder das verriet, was ihm wichtig war. Der Heilige Sankt Florian lebte vor, was die Feuerwehrkameraden auch heute leben. Da verwundert es nicht weiter, dass sie ihn zu ihrem Schutzpatron erhoben haben.

Die Fahne in der einen Hand, in der anderen einen Holzkübel. Das Wasser aus dem Eimer ergießt sich über ein brennendes Haus zu seinen Füßen. Erstickt die Flammen, die aus dem Dach schlagen. Bekleidet ist er mit einer Tunika, mit Schutzpanzer und aufwendigem Helmschmuck - der Ausstattung eines römischen Legionärs. Die Bilder des Heiligen Sankt Florian geben Aufschluss über das Leben, das er geführt hat - wenn sie auch lange nicht alles preisgeben, was ihn ausgemacht hat.

Den Menschen zu helfen, ist eine Motivation

Geschrieben von Andreas Widmayer

Oberjesingen: Riza und Melike Sülük gehören zu den wenigen Feuerwehrmitgliedern mit Migrationshintergrund

Sie ist Feuerwehrfrau, er Oberfeuerwehrmann. Sie ist 19 Jahre alt, er 50. Auf den ersten Blick scheinen die beiden wie jedes andere Tochter-Vater-Gespann, das sich bei einer freiwilligen Feuerwehr engagiert. Aber Melike und Riza Sülük sind etwas "Besonderes". Nicht, das sie selbst das so sehen - oder ihre Kameraden bei der Abteilungswehr in Oberjesingen. Die "Besonderheit" gründet auf dem Migrationshintergrund, den die beiden haben.

Riza Sülük kommt direkt von der Baustelle im eigenen Keller. "S gibt emmer was zom doa", kommentiert er lachend die Sprengel auf seinem Gesicht und die weitaus größere Portion Farbe, die an seinen Händen klebt - und beginnt zu erzählen. Davon, dass er bereits als Jugendlicher fasziniert war von der Feuerwehr. "Wir haben in der Nähe des Feuerwehrhauses gewohnt", erinnert er sich an Kindheit und Jugendzeit in Döffingen zurück. Wenn in der direkten Nachbarschaft das geordnete Chaos losbrach, weil die Kameraden zum Einsatz ausrückten, bekam das Riza Sülük meist direkt mit. Da verwundert es kaum, dass er - kaum hatte er seinen 18. Geburtstag gefeiert - gemeinsam mit den Kumpels aus dem Flecken Mitglied der freiwilligen Feuerwehr werden wollte. Ein Wunsch, der seinerzeit unerfüllt blieb. Aus einem einfachen Grund: "Ich hatte damals noch keinen deutschen Pass", so die Erklärung des heute 50-Jährigen für das Nein damals.

"Mein Privatleben ist gerade sehr reduziert"

Geschrieben von Andreas Widmayer

Herrenberg: Hartmut Wanner ist derzeit kommissarischer Stadtbrandmeister

Mein Privatleben ist gerade sehr reduziert." Kein Wunder: Seit Oktober vergangenen Jahres ist Hartmut Wanner kommissarischer Gesamtkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Herrenberg und somit Stadtbrandmeister. Nachdem der bisherige langjährige Amtsinhaber Werner Widmayer schwer erkrankt war, wurde der 42-Jährige vom Gemeinderat in diese Position gewählt (der "Gäubote" berichtete).

Zu Widmayers Gesamtpaket an Aufgaben gehörte neben den beiden ehrenamtlichen Tätigkeiten als Herrenberger Gesamtkommandant und Herrenberger Abteilungskommandant allerdings auch sein eigentlicher "Brotverdienst": Als Angestellter der Stadtverwaltung kümmerte er sich um das Feuerwehrwesen in Herrenberg. Nach einer Wiedereingliederungsphase, ist Widmayer nun wieder voll ins Berufsleben eingestiegen.

Nach 28 Jahren geht eine Ära zu Ende

Geschrieben von Andreas Widmayer

Haslach: Ortsvorsteher Dieter Ulmer war der dienstälteste Feuerwehr-Kommandant im Kreis Böblingen

28 Jahre hat Dieter Ulmer auf dem Buckel - 28 Dienstjahre als Kommandant einer freiwilligen Feuerwehr. Beinahe drei Jahrzehnte stand der heute 62-Jährige der Haslacher Wehr vor und war damit bislang der dienstälteste Kommandant im gesamten Landkreis Böblingen. Bei der Jahreshauptversammlung Anfang Januar hat Dieter Ulmer sein Ehrenamt an Marc Heininger weiter gegeben, vergangene Woche stimmte der Ortschaftsrat dem Wechsel zu. Damit geht in Haslach eine Ära zu Ende.

"Die Feuerwehr, das war einfach schon immer meins", sagt Dieter Ulmer und wer ihn das sagen hört, der zweifelt keine Sekunde daran. Nicht nur, weil er es mit einer Begeisterung sagt, die nicht gespielt sein kann. Sondern auch, weil die 28 Dienstjahre an der Spitze der Haslacher Abteilungswehr allein schon Zeugnis davon sind, dass da einer mit Herzblut bei der Sache war. Und ist. Denn auch wenn Dieter Ulmer nun sein Amt als Kommandant der Haslacher Feuerwehr abgegeben hat, als Aktiver und als Gruppenführer wird er der Haslacher Einsatzabteilung erhalten bleiben. "Solange es noch geht, bleibe ich dabei", sagt der heute 62-Jährige und er hat dabei weniger die eigene Gesundheit als vielmehr die gesetzlichen Vorgaben im Hinterkopf. Hat er seinen 65. Geburtstag gefeiert, muss er aufhören und kann höchstens in die Altersabteilung wechseln. Doch das ist Zukunftsmusik.