Am besten entlang dem gelben Schlauch zurück

Geschrieben von Andreas Widmayer

Herrenberg: Die Feuerwehr übt beim Toom-Baumarkt - Konzentriert, schnell und gekonnt

Feuerwehralarm beim Toom-Baumarkt in Herrenberg: Im Bereich des Holzzuschnitts brennt es, drei Verletzte sind im Gebäude. Im Ernstfall keine leichte Sache, denn der Baumarkt ist noch geöffnet. Am Mittwoch allerdings ist es glücklicherweise nur eine Brandschutzübung, die auf dem Plan steht.

Es dämmerte schon am frühen Mittwochabend, einige Fahrzeuge standen noch auf dem Parkplatz, Kunden schoben ihre Einkaufswagen durch die Gänge. Manche staunten nicht schlecht, als das Einkaufen in aller Ruhe kurz vor Marktschluss zu Ende war. Es wurde hektisch, unruhig, Schläuche wurden ausgefahren - Feuerwehrmänner probten den Ernstfall. "Die Brandschutzübung im laufenden Betrieb soll uns und unseren Brandschutzhelfern im Ernstfall helfen, und der Feuerwehr dient die Übung dazu, das Objekt besser kennenzulernen", erläuterte Florian Kast, stellvertretender Marktleiter. Andreas Widmayer, der als Pressesprecher der Herrenberger Feuerwehr im Einsatz war, bezeichnete den Toom-Baumarkt als "anspruchsvolles Objekt". Es sei groß, unübersichtlich, im Inneren gebe es verschiedene Gänge - und vor allem lagere dort viel brennbares Material wie etwa Holz, Paletten, Kunststoff, aber auch Gasflaschen.

Der eine geht links, der andere rechts

Der hintere Bereich des Baumarkts und das Lager wurden in Disco-Nebel gehüllt, kaum sah man mehr seine Hand vor Augen. Auch für die Atemschutzträger eine schwierige Situation. "Einer geht dann links herum, der andere rechts herum, dann trifft man sich wieder in der Mitte", verdeutlichte Widmayer die Vorgehensweise. Und um sich im Dunkeln besser zu orientieren, "läuft man am gelben Schlauch entlang zurück".

Nur wenige Minuten nach der Alarmierung fuhren zwei Löschfahrzeuge mit 20 Feuerwehrmännern, die Einsatzleitung und die Drehleiter auf den Hof der Warenannahme. "Wenn wir noch nicht genau wissen, was für ein Brand es ist, parken wir lieber hinten, damit auch keine Panik ausbricht", schilderte Widmayer. Konzentriert, schnell und gekonnt verrichtete jeder seine Aufgabe. "Jeder kleinste Ablauf muss sitzen und alle wissen, was sie zu tun haben, das ist im Ernstfall sehr wichtig", betonte der Pressesprecher.

Nach einer halben Stunde waren bereits zwei Verletzte gerettet, der dritte - ein Dummy - folgte wenig später. Um Kraft zu sparen, wurden sie in Einkaufswagen he-rausgeschoben. Auch das symbolische Feuer, in diesem Fall ein gelbes blinkendes Licht, war schnell unter Kontrolle. Einsatzleiter Klaus Schneider zog kurz vor Schluss ein zufriedenes Fazit. Aber: "Im Lager war es ziemlich eng, da stand viel herum, das ist im Ernstfall nicht optimal. Und mehr Personal wäre bei der Größe des Objektes besser gewesen."

2016 09 30 Am besten entlang dem gelben Schlauch zurueck 

Mehr Personal wäre angesichts der Größe des Objekts besser gewesen

Quelle:
Text: Gäubote - Maria-Dolores Bloching
Foto: Gäubote - Bäuerle