Mit hitzeresistenter Kleidung

Geschrieben von Andreas Widmayer

Oberjesingen: 25 Viertklässler lernen bei der Feuerwehr das richtige Verhalten

Eine große Feuerflamme ist am Montag im Oberjesinger Sturmerweg zu sehen. 25 Grundschüler sind in 30 Meter Entfernung völlig fasziniert. Die Freiwillige Feuerwehr Oberjesingen erklärt den Viertklässlern die Aufgaben der Feuerwehr. Ein praktischer Teil darf dabei nicht fehlen.

"Oha, ist das eine Flamme! Wow! Es ist immer noch warm hier", rufen die Kinder durcheinander. Was soll man tun, wenn es brennt? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Grundschüler seit Wochen mit ihrer Klassenlehrerin Dorothee Renz: "Wir hatten gerade im Unterricht das Thema Feuer und so bietet es sich an, dass wir die Feuerwehr, die direkt gegenüber liegt besuchen."

Stellvertretender Kommandant Holger Nüßle und Abteilungskommandant Markus Reich führen mit drei anderen Feuerwehrmitgliedern durch das Programm. Nüßle sagt: "Wir freuen uns jedes Jahr auf die Aufgabe, mit Schülern zu sprechen, da wir damit Präsenz zeigen und hoffen, dass wir den Nachwuchs dadurch fördern. Derzeit haben wir in unserer Gesamtfeuerwehr Herrenberg nur zehn Jugendliche. Zudem ist die Brandschutzerziehung sehr wichtig und wir können dadurch hoffentlich viele Brände vermeiden."

Am Morgen geht es los mit einem Theorieteil. Gespannt hören die Schüler zu. Die fünf Feuerwehrmitglieder haben extra Urlaub genommen oder ihre Arbeit in die Spätschicht verlegt. Die Schüler erfahren, dass die Feuerwehr Oberjesingen erstmals im Jahr 1784 erwähnt wurde und weitere prägende Details, wie etwa von dem letzten großen Brand 2005, bei dem ein Wohnhaus und drei Scheunen niedergebrannt sind. Die Schüler staunen, dass 120 Feuerwehrleute im Einsatz waren und alle Wehren aus dem Umkreis zum Einsatzort eilten.

Gespannt folgen die Schüler Nüßle, als er von den Aufgaben berichtet: "Wir sind dafür zuständig die Menschen oder Tiere zu retten, das bedeutet, die Lebensgefahr abzuwenden. Des Weiteren bergen, schützen und löschen wir. Auch ein Rauchmelder trägt dazu bei, Leben zu schützen."

Schülerin Melina Schill weiß jetzt ganz genau, was bei Feuer und Gefahr zu tun ist: "Wenn es brennt, dann rufe ich die 112, dann komme ich in der Zentrale in Böblingen raus, und denen muss ich genau sagen, wo es brennt." Jolina Gaff wendet ein "ja, und wenn es ein Fettbrand ist, dann darf ich auf keinen Fall mit Wasser löschen, sondern ich muss mit einer Wolldecke den Sauerstoff entziehen oder brauche einen speziellen Feuerlöscher."

Schülerin Jessica Nüßle traut sich und zieht als Einzige die Feuerwehrmontur an. Ziel ist es, den Kindern zu zeigen, dass man die richtige Kleidung als Feuerwehrmann oder -frau braucht. Das bedeutet spezielle Jacken, Hosen und Stiefel, die speziell hitzeresistent sind und nicht leicht Feuer fangen. Auch der Helm ist sehr wichtig, denn es kann auch mal etwas einstürzen.

Fahrt mit dem Löschfahrzeug

Feuer und Flamme sind die Kinder, als sie im Gerätehaus in das Löschfahrzeug sitzen dürfen. Dabei sind die meisten stolz, einmal in ihrem Leben in einem Feuerwehrauto sitzen zu dürfen. Danach betrachten sie den Mehrzweckanhänger, der bei Verkehrsunfällen zum Einsatz kommt, etwa wenn Öl auf der Straße ist.

Ege Özkan freut sich vor allem über das Wasserspritzen mit dem Löschschlauch. "Das ist super." Kein Wunder bei dem warmen Wetter, alle Kinder dürfen mit dem Schlauch üben und stahlen dabei. Die Funkgeräte haben es den Kindern auch angetan.

Als ein Probealarm von den Kommandanten gemacht wird und der Alarm losgeht, schrecken die Schüler auf. Zum Abschluss bekommen die Kinder ein Eis, diesen Tag vergessen die Schüler sicherlich nicht und denken hoffentlich daran, wie sie mit Feuer umgehen müssen. Für die Feuerwehrleute steht ebenso fest: "Die Aktion mit den Schülern ist auch für uns ein Highlight."

 

2016 07 19 Mit hitzeresistenter Kleidung

Groß und heiß: Die Flamme erstaunt die Viertklässler

Quelle:
Text: Gäubote - Madeleine Krauth
Foto: Gäubote - Holom