Trauer um Heinz Rapp

Geschrieben von Andreas Widmayer

Herrenberg: Träger der Bürgermedaille gestorben

Im Alter von 87 Jahren ist der Herrenberger Heinz Rapp, Träger der Bürgermedaille und ehemaliger Feuerwehrkommandant am 19. Mai gestorben. Er setzte sich insbesondere für das Zusammenwachsen der Feuerwehren aus den Stadtteilen und der Kernstadt ein.

Heinz Rapp trat bereits im Jahr 1943 in die Feuerwehr ein und war viele Jahre Mitglied im Herrenberger Feuerwehrausschuss. "Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm sein Vater, Robert Rapp, bis 1954 die Leitung der Feuerwehr", erinnert sich Gerhard Berger, der später die Nachfolge von Heinz Rapp als Komandant antreten sollte. "Durch die Kriegswirren und die damit verbundene zunehmende personelle Ausdünnung der aktiven Feuerwehrangehörigen war Heinz Rapp schon mit 15 Jahren in sehr schweren Einsätzen nach Fliegerangriffen in der näheren und weiteren Umgebung gefordert."

2016 05 27 Trauer um Heinz RappImmer einer der Ersten
Heinz Rapp blieb bei der Feuerwehr, und zwei glückliche Umstände wirkten sich sehr positiv aus, wie sich Gerhard Berger erinnert. Zum einen lag das Autohaus Rapp, das Heinz Rapp bald leitete, am Reinhold-Schick-Platz und damit in unmittelbarer Nähe zum Feuerwehrhaus im Bauhof. "So war Heinz Rapp rund um die Uhr dabei und immer einer der Ersten bei Alarm", erzählt der ehemalige Kommandant. Zum anderen habe die Motorisierung aus dem LF 12 und einem weiteren Fahrzeug aus Kriegsbeständen - "Phänomen" - und diversen motorgetriebenen Kraftspritzen bestanden. "Die Ersatzteillage war desaströs", erinnert sich Berger. "Wenn ein Fahrzeug defekt war, kam es wesentlich auf die Kenntnisse und das Improvisieren der Kfzler an." Dabei habe Heinz Rapp mit Horst Kummer ein kongeniales Paar gebildet. "Dadurch hatte die Feuerwehr - auch in schwierigster Zeit - immer funktionsfähige Gerätschaften." Diese Zeit endete erst ausgangs der 1950er Jahre, als neue Gerätschaften angeschafft werden konnten.

Heinz Rapp war von 1974 bis 1979 Kommandant der Gesamtwehr Herrenberg und damit der Erste nach der kommunalen Gebietsreform im Jahr 1973. "Im Zuge der Kommunalreform mussten mehrere selbstständige Feuerwehren mit der bereits Jahre zuvor fusionierten Feuerwehr Herrenberg und Affstätt zusammengeführt werden", blickt Gerhard Berger zurück. "Dies gestaltete sich nicht einfach." Es musste sich kennengelernt werden, eine gemeinsame Satzung erarbeitet werden. "Heinz Rapp hatte sich damals mit viel Einfühlungsvermögen und großem persönlichem Einsatz für die Integration der Stadtteilwehren in die Feuerwehr der Stadt Herrenberg eingesetzt", sagt Berger. Für diese Leistung verlieh der Herrenberger Gemeinderat dem damaligen Stadtbrandmeister Heinz Rapp am 17. März 1979 die Bürgermedaille der Stadt Herrenberg in Silber.

Integrität und Sachverstand
Heinz Rapp übernahm 1974 das neu geschaffene Amt als Stadtbrandmeister. "Er führte die nun größte Feuerwehr im Landkreis Böblingen qua Persönlichkeit, Integrität und Sachverstand zu der noch heute bestehenden Organisationsform zusammen", lautet der persönliche Rückblick von Gerhard Berger. "Es darf bezweifelt werden, ob zu der Zeit ein anderer zu der Leistung befähigt gewesen wäre." Rapps andere große Leidenschaft galt dem Auto. Er führte nicht nur den elterlichen Betrieb fort, sondern engagierte sich auch ehrenamtlich bei der Kfz-Innung Böblingen/Leonberg. "Er war ein sehr angenehmer Mensch, der auf die Leute zugegangen ist", meint Thomas Höfle, der den Kreisvorsitz von Rapp zu Beginn des Jahrtausends übernahm. "Er hat sich stark für die Ausbildung eingesetzt und auch mich für die Innungsarbeit gewonnen", sagt Höfle. Als einst die Innungen im Großraum Stuttgart sich zusammentaten, sei Rapp eine treibende und integrative Kraft gewesen.

Diese Freude am Automobil spiegelte sich zudem in Rapps Mitgliedschaft im Motorsportclub (MSC) Herrenberg wider. Rapp war Vorsitzender und Ehrenmitglied. "Mit ihm verbindet der MSC eine aufregende und zum Teil auch schwierige Zeit, in der er es jedoch verstand, den Club in ruhigere Fahrt zu steuern und ihm einen zukunftssicheren Weg zu eröffnen", sagt die aktuelle Vorsitzende Silvia Barthel.

Quelle:
Text: Gäubote – Jochen Stumpf
Foto: Gäubote - Bäuerle