Den eigenen Rekord zu brechen war das erklärte Ziel

Geschrieben von Andreas Widmayer
Kuppingen: Die Wettkampfgruppe kehrt als beste deutsche Mannschaft von der Olympiade im österreichischen Villach mit Gold zurück
 
Bei der Teilnahme an der Feuerwehrolympiade in Villach überbot die Kuppinger Wettkampfgruppe den eigenen Rekord und brachte als beste deutsche Mannschaft eine Goldmedaille nach Hause. Bei einem Empfang am Feuerwehrgerätehaus wurde der Sieg am Sonntagabend gefeiert.
 
"Jetzt haben wir allen gezeigt, wie stark wir hier im Gäu sind!" Kuppingens Feuerwehrkommandant Michael Haarer betonte das mit großem Stolz und gratulierte seinen Kameraden Jürgen Rau, Christian Giangrande, Alexander Schill, Daniel Ulmer, Johannes Nüßle, Sven und Lars Heselschwerdt, Florian Beck, Daniel Reichen ecker und Simon Rittelmeyer, die einige Minuten zuvor standesgemäß mit einem alten Feuerwehrauto und wehenden Deutschlandfahnen unter musikalischer Begleitung des Musikvereins Kuppingen vorgefahren waren.
 
Seit 1964 wird die Feuerwehrolympiade alle vier Jahre veranstaltet. Nachdem die Kuppinger 2016 beim nationalen Wettkampf in Rostock den zweiten Platz erzielt hatten, war das Ticket für Villach gelöst. Kommandant Haarer brachte seinen Respekt für die harte Arbeit im vergangenen Jahr zum Ausdruck, die nun mit der vierten Goldmedaille in Folge belohnt wurde (wir berichteten). "Die Wettkampftruppe ist das Aushängeschild unserer Feuerwehr, darauf sind wir sehr stolz." Ebenso bedankte er sich bei der Stadtverwaltung Herrenberg für die Unterstützung der Wettkampfteilnahme. Dank und Glückwünsche überbrachten auch der stellvertretende Stadtkommandant André Weiss, Oberbürgermeister Thomas Sprißler und Hans-Jörg Haarer vom Ortschaftsrat.
 
Der Zusammenhalt im Team, ein riesiger Ehrgeiz und viele Stunden Training wurden immer wieder genannt, die das Kuppinger Team in Villach in Österreich am Freitag zum Sieg führten. Mit 32,9 Sekunden beim Aufbau eines Löschangriffs und 58,5 Sekunden beim Staffellauf setzten sich die Kuppinger gegen sieben weitere deutsche Teams durch. Das Wettkampfteam freute sich besonders über das Ergebnis, da es das Beste ist, das jemals von ihm erreicht wurde. Als nach Abschluss der Wettbewerbe bekannt wurde, dass das Kuppinger Team sich den 16. Platz und somit Gold erkämpft hatte, wurde kurzerhand der Empfang am Sonntagabend geplant und vorbereitet.
 
Alexander Schill überbrachte die Goldmedaille, nachdem er kurzfristig beim Löschangriff als Gruppenführer einspringen musste. Bereits am Mittwoch war Teammitglied Daniel Reichenecker unglücklich gestürzt und hatte sich einen Ellbogenbruch zugezogen, so dass Ersatzmann Schill zum Einsatz kam. Trotz dieser besonderen Situation und der Herausforderung, dass die Kuppinger nicht in ihrer Originalformation am offiziellen Training in Villach teilnehmen konnten, zeigten die neun Männer eine beeindruckende Leistung.
 
Schon am Sonntag zuvor war das Team zusammen mit den Trainern Herbert Kohler, Jürgen Heselschwerdt und Klaus Keuler sowie einem zehnköpfigen Fanclub nach Österreich gereist. Die ganze Woche über standen Trainings auf dem Programm und am Freitag dann der traditionelle Wettkampf, bei dem ein Löschangriff aufgebaut werden muss und acht Männer jeweils 50 Meter mit unterschiedlichen Hindernissen überwinden müssen - unter anderem Schwebebalken und Steilwand.
 
Seit Weihnachten trainieren die Kuppinger wöchentlich dienstags und donnerstags im Herrenberger Stadion. Dass die Messlatte immer höher liegt, zeigte sich am neuen Weltrekord, den die Mannschaft aus St. Martin in Österreich mit 28,2 Sekunden beim Löschangriff aufstellte. Dies sieht das Wettkampfteam als neue Herausforderung, jedoch steht nun erst einmal ein Jahr Pause an, bevor es mit dem Landesentscheid wieder von vorne beginnt.
 
Daniel Ulmer, seit 2011 Mitglied im Olympiateam, zeigte sich begeistert von der Wettkampfteilnahme. Die Stimmung im Stadion in Villach: "sehr gut". Trotz des Konkurrenzkampfs sei es ein eher kameradschaftliches Verhältnis zwischen den Teams, berichtete Ulmer, der als Wassertruppmann agierte. Der Wettkampf und die Siegerehrung waren auch für Angriffstruppführer Sven Heselschwerdt sehr eindrücklich. Beim Staffellauf musste der 24-Jährige ein besonderes Hindernis überwinden: mit Anlauf durch eine lange Röhre rutschen. Er betonte, wie anstrengend das harte Training war - aber auch, dass es sich gelohnt hat mit Blick auf die Goldmedaille.
 
Den eigenen Rekord zu brechen war auch das Ziel für Schlauchtruppführer Johannes Nüßle, der prüfungsbedingt erst einen Tag vor dem Wettkampf nach Kärnten fahren konnte. "Einen großen Teil des offiziellen Trainings konnte ich nicht mitmachen, und so war ein Durchlauf vor dem Ernstfall in der Originalbesetzung nicht möglich. Doch trotz dieser Herausforderung haben wir uns gegen 76 weitere Mannschaften durchgesetzt und sind nun die beste deutsche Mannschaft."
 
Überglücklich und berauscht vom Sieg wurde das Kuppinger Wettkampfteam am Sonntag gefeiert. Doch das nächste Event wartet bereits auf die Feuerwehrmänner: das jährliche Schirafest, das diesmal mit einer Premiere aufwartet - anstatt des bisherigen Kuppel-Cups werden Highland-Games veranstaltet, bei der sich andere Feuerwehren mit der nun besten deutschen Mannschaft messen können.
 
2017 07 18 Den eigenen Rekord zu brechen war das erklaerte Ziel
Große Sause: Am Sonntag wurde das Kuppinger Team am Gerätehaus feierlich empfangen GB-Foto: Holom
 
Quelle:
Text: Gäubote - Nadine Bruer
Foto: Gäubote - Holom