Ohne Sauerkraut geht gar nichts auf dem Teller

Geschrieben von Andreas Widmayer

Mönchberg: Schlachtplatte der Feuerwehr findet wie schon in den Vorjahren reißenden Absatz bei den Besuchern

In Mönchberg ist Schlachtplattenwetter am gestrigen Donnerstag. Die Sonne scheint am klaren Himmel, die Luft ist frisch. Gerne wandert, wer im Umkreis des Dorfes wohnt, hin zum Feuerwehrhaus, in dem das Kraut dampft. Die Feuerwehrabteilung Mönchberg stemmt den bodenständigen Schmaus im Alleingang und hat viele Gäste.

Die füllen das Feuerwehrgerätehaus, und zwar bis zum letzten Platz. Die Tore, durch die sonst Einsatzfahrzeuge rollen, sind verkleidet mit Holzplatten, die Spinde sind verdeckt, frische Tannenbäume hängen vor einer Tapetenlandschaft, an der Decke ein Tarnnetz und die Tische voller Menschen, die dicht zusammenrücken, sehr gesellig sind, und vor denen jeweils ein Teller steht. Manch ein Teller ist schon leer gegessen - sorgsam mit Weißbrot aufgetupfte Spuren von Krautsaft, Fett und Wurst zeugen von seiner einstigen Belagerung.

Auf anderen glänzt die Schlachtplatte noch, in unzähligen Variationen. Der eine schätzt sie in Komplettausstattung mit großem Krautberg, Leberwurst und Blutwurst, die darauf warten, sich zu mischen mit Schweinehals und Schweinebauch; der andere will lieber nur die Leberwurst samt Kraut, und mancher lässt es gar bei Kraut und Brot. Allen Menüs aber ist das Kraut gemein - und das sagt auch Abteilungskommandant Stefan Kegreiß: "Bei uns dreht sich alles ums Kraut."

Mehr als ein halbes Dutzend Mönchberger Feuerwehrmänner brachte den Tag vor der Schlachtplatte, den Mittwoch, damit zu, 250 Kilogramm des Krautes abzukochen. Fleisch und Wurst bezieht die Abteilung nur von Metzgern der Region - wie groß die Menge ist, kann Kegreiß nicht benennen, aber er sagt: "Wir streben in jedem Jahr danach, 1000 Portionen Schlachtplatte zu verkaufen."

Ihr verwandeltes Gerätehaus bestücken die Feuerwehrleute dafür auf zwei Stockwerken mit insgesamt 31 Biertischen, an denen jeweils acht Personen Platz finden - und diese Tische füllen sich an einem Tag mindestens dreimal mit einem frischen Publikum. Das sitzt da, plaudert, schmatzt und genießt die deftige Mahlzeit.

Zur Mönchberger Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr gehören 32 Aktive und elf Mitglieder der Alterswehr - sie alle arbeiten am Schlachtplattentag. Nur zwei Frauen von Feuerwehrkameraden helfen, verkaufen im ersten Stock des Feuerwehrhauses Hefezopf und Kaffee. Die Köche, die den dampfenden Bauch aufschneiden, stehen derweil draußen vor der Tür, seit zwölf Jahren nun schon. Ein kleines Zelt, geschäftige Männer, Dampf, der aus den Töpfen steigt.

Ohne Kraut geht wirklich nichts bei diesem Fest im Mönchberger Ortskern: Einen Vesperersatz wie Pommes frites oder Rote Wurst gibt es ganz einfach nicht. Auch die Kinder kriegen Kraut und Wurst, da ist die Feuerwehr sehr konsequent.

Vielleicht aber schätzen ihre Gäste eben dies: "Bei uns", sagt Stefan Kegreiß, sehr zufrieden, "hat sich noch nie einer beschwert."

2016 12 30 Ohne Sauerkraut geht gar nichts auf dem Teller

Deftig geht es zu im Feuerwehrhaus: In Mönchberg wird Schlachtplatte serviert

Quelle:
Text: Gäubote - Thomas Morawitzky
Foto: Gäubote - Holom