Realistisches Szenario fordert ganzen Einsatz

Geschrieben von Andreas Widmayer

Bondorf: Freiwillige Feuerwehr simuliert bei ihrer diesjährigen Hauptübung schweren Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten

"Es war für uns wichtig, jetzt mal einen größeren Verkehrsunfall zu simulieren", erklärte Kommandant Dieter Mast am Rande der diesjährigen Hauptübung. Und in der Tat hatte die Bondorfer Feuerwehr am Samstag auf dem Parkplatz der Gäuhalle für ein ziemlich realistisches Szenario gesorgt - bei dem es frappierende Ähnlichkeiten zum schweren Verkehrsunfall am vergangenen Wochenende auf der Oberjettinger Ortsumfahrung gab.

So ging die Feuerwehr in ihrer Übungsannahme davon aus, dass ein Traktor in einen Feldweg abbiegen wollte. Weil ein Autofahrer nicht warten wollte, bis der Abbiegevorgang beendet ist und zum Überholmanöver ansetzte, kam es zu einem Frontalzusammenstoß zweier Pkw - und in den Unfall wurde noch ein drittes Fahrzeug verwickelt. Insgesamt acht verletzte Personen waren daraufhin in den Autos eingeklemmt.

Unterstützung aus Gäufelden

Dieses Übungsszenario rief nicht nur die Bondorfer Feuerwehr auf den Plan, sondern ebenso die Wehr aus Gäufelden. Denn bei Einsätzen in Bondorf oder Gäufelden, die tagsüber stattfinden, rücken beide Abteilungen mit Blick auf die Tagesverfügbarkeit grundsätzlich gemeinsam aus. "Daher üben wir auch zusammen", wie Dieter Mast anmerkte, der zudem die zahlreichen Zuschauer per Lautsprecher über den Übungsablauf informierte. Kurz nach den Wehren aus Bondorf und Gäufelden traf zudem der Rüstwagen aus Herrenberg an der Unfallstelle an - den der Bondorfer Kommandant als "große Werkzeugkiste" bezeichnete.

Besonnen gingen die Einsatzkräfte an die Arbeit, zumal es wichtig ist, dass die Verletzten aus den Fahrzeugen so erschütterungsfrei wie möglich geborgen werden. Außerdem wurden die eingeklemmten Personen mit einer Schutzfolie abgedeckt, während das Rote Kreuz aus Mötzingen sie bereits in den Fahrzeugen betreute. Die Feuerwehr ging dann mit hydraulischem Gerät zu Werke, um die Dächer der beteiligten Fahrzeuge aufzuklappen oder die Türen zu öffnen. "Da darf keine Hektik entstehen, das muss man mit Ruhe machen", erläuterte Mast den Zuschauern. Nach einer guten halben Stunde waren alle acht Personen aus ihrer misslichen Lage befreit - für Dieter Mast eine wichtige Zeitmarke. Denn Unfallopfer stünden unter Schock und es sei wichtig, dass sie möglichst innerhalb einer Stunde im Krankenhaus eintreffen. "In der ersten Stunde ist die Chance bei Schwerletzten am höchsten", weiß der Kommandant aus Erfahrung. Wie Mast hinzufügte, bilden solche Einsätze im Ernstfall aber auch für die Einsatzkräfte eine hohe Belastung. Deshalb sei es wichtig, die Abläufe bei Verkehrsunfällen immer wieder zu üben. Weil sich die Autos und ihre Technik ständig verändern, sei in diesem Bereich zudem eine regelmäßige Weiterbildung erforderlich. Sehr gut hatte jetzt auch die Zusammenarbeit aller Beteiligten funktioniert, wie der Bondorfer Kommandant betonte. Ein positives Fazit zog ebenso Steffen Meier nach der Übung. Wie der Gruppenführer des Mötzinger DRK betonte, "war die Übung mit der Feuerwehr spannend und wir haben wieder etwas dazugelernt".

Bürgermeister beeindruckt

Beeindruckt vom Übungsablauf zeigte sich anschließend Bürgermeister Bernd Dürr. "Heute ist deutlich geworden, wie die Feuerwehren und das DRK Hand in Hand arbeiten". Gerade deshalb seien die gemeinsamen Übungen so wichtig, machte der Rathaus-Chef die Bedeutung gut funktionierender Abläufe deutlich. Ein Lob gab es natürlich ebenfalls für die Bondorfer Wehr und Dürr unterstrich: "Das ist eine tolle Mannschaft - und das kommt nicht nur bei Einsätzen und Übungen zum Ausdruck." Wie schon im Vorjahr kam auch dieses Mal bei der Hauptübung eine Flugdrohne zum Einsatz, die über dem Ort des Geschehens summte. Unter der Regie des Feuerwehrangehörigen Andreas Meyer entstand dabei ein Teil des neuen Imagefilms der Bondorfer Feuerwehr. Zudem waren die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr bei der Hauptübung mit einem Trauerflor versehen - mit dem man unter anderem der beiden beim Großbrand in Ludwigshafen verstorbenen Feuerwehrangehörigen gedachte.

2016 10 24 Realistisches Szenario fordert ganzen Einsatz

An der Gäuhalle proben die Bondorfer Feuerwehrmänner den Ernstfall

Quelle:
Text: Gäubote - Uwe Priestersbach
Foto: Gäubote - Schmidt